
30.09.26 –
Eine grüne und kühle Mitte für Stadtbergen
Am vergangenen Samstag, den 26. September, hatten die Stadtberger Grünen die Bürgerschaft eingeladen, die Vision einer grünen, kühlen und einladenden Stadtmitte zu entwickeln. Sie verbindet die Notwendigkeit der Klimaresilienz mit einem schönen Park im „Kulturviertel“ und knüpft an die vor einigen Jahren im Stadtrat diskutierten und teilweise umgesetzten Pläne für eine "Stadtberger Mitte" an.
Die Teilnehmenden trafen sich beim Bürgersaal, und Ortssprecherin Henrike Paede stellte eine Idee für das Areal vor, die von der Lage des Neubaus der offenen Ganztagsschule (OGTS) ausgeht.
Stadtbergen hat keine richtige Mitte
"In Stadtbergen gibt es bis heute keine eigentliche Stadtmitte, keinen Ort, wo man sich anlasslos trifft", bedauerte sie. "Durch den Neubau sind nun großartige Chancen dafür entstanden, die man unbedingt nutzen sollte."
Sie skizzierte einen durchgehenden Grünzug, der beim Schulhaus beginnt, über den künftig offenen Durchlass vom Schulhof nach Westen verläuft und an der Elias-Holl-Straße endet. Die quer dazu verlaufende Osterfeldstraße soll zwischen der Tiefgarageneinfahrt des Bürgersaals und dem nördlichen Rand des neuen OGTS-Gebäudes gesperrt, entsiegelt und begrünt werden. Dasselbe soll, mindestens als Verlängerung der bisherigen Begrünung, mit dem Platz vor dem Bürgersaal geschehen, zur Zeit nur eine eintönige graue Platte. So könne ein zusammenhängender Bürgerpark entstehen.
Auch die Parkschule würde profitieren
Der Ortsvorstand hatte sich im Vorfeld mit dem Schulleiter der Parkschule, Jürgen Brendel, ins Benehmen gesetzt. Auch er befürwortet die Sperrung der Osterfeldstraße. Diese Maßnahme öffnet die Schule zur Stadt hin und kompensiert so auch den erheblichen Flächenverlust durch den Neubau im Pausenhof. Einen hermetisch abgeschlossenen Schulhof lehnt auch Brendel ab, denn die Schule solle mit der Stadt verbunden sein.
Der Platz braucht Aufenthaltsqualität
"Was diesem Platz dann noch fehlt," erläuterte die grüne Ortsprecherin, "sind Attraktionen, damit Leute gerne hierher kommen." Die interessierten Teilnehmenden ergänzten kreativ die bereits vorhandenen Ideen:
Neben vielen Sträuchern und Bäumen sowie lauschigen, kommunikativ angeordneten Sitzplätzen solle es z. B. Spielmöglichkeiten für Jung und Alt geben, eine Wasserfontäne, vielleicht Liegestühle, und unbedingt ein Café oder eine Eisdiele, wo es auch Snacks und vielleicht sogar Streetfood gibt. Es sollte beispielsweise als Lese-, Kreativ- oder Kunstcafé konzipiert werden. "Leider sind die Gastronomieräume im Bürgersaal für eine solche Ergänzung zu klein, aber da das Grundstück der ehemaligen Kita Schatztruhe nach dem Bezug des OGTS-Neubaus frei wird, könnte man dergleichen dort realisieren", führte Paede aus.
Die Stadt ist knapp bei Kasse
Der Entwurf des grünen Ortsverbands berücksichtigt durchwegs, dass die Stadt kein übriges Geld hat. "Wir haben konkrete Vorschläge für sehr kostengünstige Lösungen und sind der Überzeugung, dass man mit verhältnismäßig wenig Mitteln weit kommen kann. Außerdem gibt es öffentliche Zuschüsse für die Stadtbegrünung. Als Nebeneffekt eines solchen Bürgerparks bekämen wir auch einen Ort für Veranstaltungen im Freien" ergänzt Paede.
Um diese Veranstaltung zur Stadtentwicklung zu unterstützen, war der grüne Landtagsabgeordnete Christian Hierneis der Einladung nach Stadtbergen gefolgt. Er konnte wertvolle Tipps zu einzelnen Maßnahmen, zur Stadtentwicklung, zu öffentlichen Zuschüssen und zur politischen Vorgehensweise beisteuern.
Demnächst will die grüne Stadträtin Julia Mai die gesammelten Vorstellungen in einen Entwurf packen, der dann der Öffentlichkeit präsentiert wird.
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